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Menüplan vom 30.08.2010 bis 03.09.2010

 

Montag, 30. Aug.


 

Donnerstag, 02. Sept.


• Schweinekrustenbraten
  mit Gratin

5,80

• Königsberger Klopse
  mit Kartoffeln

5,80
• Tortellini in einer
  Käse-Sahne-Sauce

5,50

• Spaghetti mit Zucchini
  und Lemon

5,50

Dienstag, 31. Aug.



Freitag, 03. Sept.


• Hähnchenbrustfilet in
  Kokosmilch, dazu Reis

5,80

• Pangasius
  in Kapern-Sauce

6,50
• Mango-Kartoffel-
  Kürbis-Curry

5,50

• ½ Hähnchen mit Chili,
  Ingwer und Honig-Sauce

5,80

Mittwoch, 01. Sept.





• Gefüllte Fleischtomaten
5,50


• Schweinesteak mit
  Gouda überbacken,
  dazu Tagliatelle


5,80

Zu jedem Gericht gehört
ein kleiner Salat
und ein Getränk



Bon Appetit


Wolfgang Kersting warf im Feuilleton der FAZ der zeitgenössischen Linken der Berliner Republik vor, dass sie „die Monstranz der eigenen moralischen Großartigkeit vor sich her trage und mit dem Schwert der Wahrheit fuchteln“ würde und dass, so merkte er süffisant an „wo Studenten spätestens im zweiten Semester lernen, wie problematisch es ist, in Diskursen gesellschaftlicher Selbstverständigung Wahrheit zu beanspruchen. Wer die Wahrheit auf seiner Seite hat, muss sich um das bessere Argument nicht mehr kümmern.

Wie wahr, denn wenn ein Spitzenvertreter der internationalen Vermögenshierarchie, das Orakel von Omaha, der Multimilliardär Warren Buffett schon zwei Jahre vor der Weltwirtschaftskrise der New York Times anvertraute: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt und wir gewinnen,“ dann verfügt er, wenn man die weltweite Vermögensverteilung betrachtet, nicht nur über die besseren Argumente, er hat mit dem Mainstream und Herrn Kersting auch „die Wahrheit“ auf seiner Seite und die Monstranz der eigenen moralische Großartigkeit, die erstrahlt im Infotainment täglich neu und steht damit sowieso außer jedem Zweifel. Hat er doch erst kürzlich, zusammen mit Bill Gates, das Zeitalter der privaten Wohltätigkeit ausgerufen. »So sanieren Milliardäre die Welt«, titelte daraufhin die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, und Claudia Roth, die Vorsitzende von Olivgrün, die hat seit dem neue »Vorbilder« in ihrem Kampf um die Suppenküchen der Nation.

Der Auftritt von »Big Spendern« und der Beifall für sie kommen aufmerksamkeitsstrategisch gerade passend, um die nach den kostspieligen Rettungsschirmen für die Finanzwelt nahe liegenden Forderungen nach höheren Vermögenssteuern zu übertönen und abzublocken. Wenn die Superreichen freiwillig ihr Geld dem Gemeinwohl opfern, brauchen die Finanzämter sie nicht mehr zu belästigen. Aber nicht der Philanthrop ist pervers - sondern die Welt in der er lebt.

Das Primat der Politik liegt heute in den Händen von globalen Finanz-Playern und internationalen Konzernen und wenn es dann zum Crash kommt, wie es bei den üblichen Verdächtigen dieser Welt ja von Zeit zu Zeit mal vorkommen soll, also bei den Banken im internationalen Finanz-Casino, bei den BPs (Deepwater), Bayers (Lipobay), Sandoz (Rheinverseuchung), Exxons (Ölpest in Alaska) und Union Carbides (Bhopal) etc. dann beklagt sich Götz Hamann in der ZEIT darüber, dass die Chefs dieser Unternehmen öffentlich vorgeführt werden und das die westlichen Regierungen damit den mittelalterlichen Pranger wieder zu neuen Ehren verhelfen.

 


„Merkel kanzlert die Strombosse ab“, titelt Spiegel online. In dem Fall ersetzt schon die Auswahl der Meldung jeden Kommentar. Die Kanzlerin, unsere Mutti der Nation und die vier Stromkonzerne, Eon, RWE, Vattenfall und EnBW spielen medienwirksam mal wieder bad cop - good cop beim anstehenden Mega-Deal. Denn - und das ganz unabhängig von der Länge der Zusatz-Laufzeiten - mit dem Deal sichert die Regierung Merkel die Marktposition der vier großen Stromkonzerne, die schon jetzt 80 Prozent des deutschen Stroms erzeugen und davon fast ein Drittel in ihren Kernkraftwerken, auf Jahrzehnte hin ab. Alte, unsichere, abgeschriebene Atommeiler dürfen billig weiterlaufen, die Rückstellungen für die Abwrackung werden etwas erhöht und um die Risiken für die Bevölkerung, da kümmert sich jetzt ihr Umweltminister Röttgen, indem er den AKW-Schutz vor Flugzeugabstürzen plant.

Alle weiteren Risiken werden, wie immer, später sozialisiert, da „unser Recht nicht für Großrisiken ausgelegt ist, wie sie die globalen Konzerne heute erzeugen”, beklagt sogar der Schreiber des ZEIT-Artikels. Nur, dass es genau deshalb auch notwendig ist, den Wähler immer wieder mit einer großen medialen „Pranger-Show“ zu unterhalten, das verschweigt er seinen Lesern dann doch lieber.

Und nach dem Ablauf einer kleinen Scham- und Gnadenfrist kommt es dann, nach dem jeweiligen bedauerlichen, menschlichen Versagen eines dieser Konzernlenker, der natürlich sofort entsorgt wird, zu der politisch gewollten Sozialisierung der unvermeidlichen Verluste. Nur das sich diese Verluste inzwischen, wie durch Zauberhand, jetzt in reale Gewinne umgewandelt haben, zugegeben, nicht immer im selben Konzern, aber den jeweiligen Staaten, also dem Steuerzahler, dem wird eine weitere Schuldenlast aufgebürdet und das natürlich mit ganz realen Zinsverpflichtungen gegenüber den Kapitalgebern, also den jeweiligen Gewinnern beim „Crash“.

„Es herrscht Klassenkrieg“, wie Warren Buffett richtig bemerkte, „aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen“ und wenn Götz Hamann in der Zeit der jetzigen und allen vorangegangenen Bundesregierungen vorwirft, sie hätten es versäumt, gesetzliche Regeln zu finden, wie man global agierende Unternehmen, die auch hierzulande ihre Dienste anbieten, wirkungsvoll reguliert und beaufsichtigt, dann erliegt er einem grundlegenden Irrtum über das Verhältnis von Staat und Kapital. Denn alle Regeln, Anordnungen, Vorschriften und Gesetze werden nun mal von den „Priviligierten“ und ihrer Lobby ersonnen und haben nur den Zweck, diese ihre Privilegien auch zu schützen.

Die Verteilung des Welteinkommens hat sich in den letzten 50 Jahren immer mehr zum Vorteil der Klasse, die sich laut Warren Buffett im Krieg befindet, also der oberen 10%, die mit den 85% des Weltvermögens gesegnet ist, verschoben. Wäre die Rechtslage anders, dann gäbe es auch automatisch andere Haftungs- und Verteilungsschlüssel beim Welteinkommen. Und so schreitet die größte Plünderung einer Gesellschaft, die je zu Friedenszeiten unternommen wurde, zu Lasten der unteren 90% der Weltbevölkerung, die sich mit 15% des Welteinkommens begnügen muss, munter weiter fort.

Aber der Zeit-Redakteur steht mit seinem Lamento nicht alleine da, bat doch erst kürzlich ein IG-Metall-Funktionär in der Tagesschau die Bundesregierung darum, wieder »ordentliche Verhältnisse« herzustellen. Als ob der »Normalzustand« des Kapitalismus für die 50% der Weltbevölkerung, die 1% des Weltvermögens besitzen, also die über 3 Milliarden Menschen, die mit ihren 2 Dollar täglich überleben sollen, nicht schon mörderisch genug wäre.