Mc. Donalds & Mc. Douglas
Thomas Friedman, früherer Assistent von Außenministerin Madeleine Albright, schrieb am 28.3.1999 im New York Times Magazin:
»Damit die Globalisierung funktioniert, dürfen die Vereinigten Staaten nicht zögern, als die unbesiegbare Weltsupermacht zu agieren, die sie sind. Die unsichtbare Hand des Marktes funktioniert nicht ohne die sichtbare Faust. McDonalds kann nicht prosperieren ohne McDonnel-Douglas, dem Fabrikanten der Kampfflieger F-15. Die sichtbare Faust sichert auf der ganzen Welt den Sieg der Technologieprodukte aus dem Silicon Valley. Diese Faust sind die Landstreitkräfte, die Marine, die Luftwaffe und das Marine-Corps der Vereinigten Staaten«.

„In aller Öffentlichkeit schmiedeten ultrarechte US-Denkfabriken schon ab 1998 Pläne für eine Ära amerikanischer Weltherrschaft, für die Entmachtung der Uno und einen Angriffskrieg gegen den Irak“, schrieb am 4. März 2003 Jochen Bölsche in Spiegelonline. Erinnern sie sich noch an Huntington und sein Konzept vom "Kampf der Kulturen" oder das Konzept der PNAC mit ihrer Sehnsucht nach einem Neuen Pearl Harbour?
„In den Visionen der Falken wird das Völkerrecht durch das Recht des Stärkeren ersetzt. Am aller stärksten soll, natürlich, stets die einzig verbliebene Supermacht sein. Zu diesem Zweck müssten die USA dauerhaft in der Lage sein, die Rohstoffvorräte des Planeten zu kontrollieren und jeden möglichen Konkurrenten klein zu kriegen und klein zu halten - mit allen Mitteln diplomatischer und publizistischer, ökonomischer und militärischer Macht, notfalls auch per Präventivkrieg. Was immer in den Neunzigern in den Think Tanks ausgeheckt wurde, von einer Entmachtung der UNO bis hin zu Serien künftiger Unterwerfungskriege - es war das glatte Gegenteil einer Verschwörung", konnte man noch vor 5 Jahren im Spiegel lesen.
Heute schreibt in Spiegelonline dagegen Claus Christian Malzahn und das liest sich dann so: „48 Prozent der Deutschen halten die USA für gefährlicher als Iran - nur 31 Prozent glauben das Gegenteil. Das Ergebnis entspricht der deutschen Grundverlogenheit. Höchste Zeit für eine Neuauflage von Re-Education.“
Und so bastelt CCM weiter an der Umerziehung seiner Leser. Denn den Wilden Westen kennt er von Karl May und den wilden Kapitalismus von Karl Marx und außerdem war er nicht nur mit dem Militär im Bett und hat dabei den Rest seiner journalistischen Unschuld geopfert, er war sozusagen embedded.
Nein, Malzahn war sogar schon mal in den USA und daher weiß er auch, dass in Florida die Mietwagen am billigsten sind. Ansonsten hat er die Amis aber, als guter völkischer Beobachter, natürlich glatt durchschaut. Die Amerikaner sind ihm entweder zu fett oder zu sportbesessen, zu prüde oder zu pornografisch, zu religiös oder zu nihilistisch. CCM schreibt natürlich von „uns Deutschen“, denn mit diesem „uns“ versucht er mal wieder gekonnt die rassistische Instinkte in der deutschen Volksseele zu mobilisieren.
Für mich ist New York dagegen die zweit größte Stadt der Dominikanischen Republik, die eine Hälfte der Familie meiner Frau wohnt da, mein mittlerer Sohn hat auf der New Yorker Uni bei den Jesuiten studiert und die Amerikaner, die ich dort getroffen habe, hatten in erster Linie Probleme mit ihren Politikern. Wie prüde, pornografisch, religiös, dick oder sonst was einer war, dass war ihnen so ziemlich wurscht.
Schon erstaunlich, was aus einem ehemaligen TAZ-Volontär so für ein Schreiberling wird. Aber nicht nur Reisen bildet, CCM! Auch ein Blick ins Spiegel-Archiv kann oft sehr hilfreich sein.


