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Ein Ehrentitel mit politischem Gewicht



"Seit fast 60 Jahren wird der Internationale Karlspreis am Himmelfahrtstag für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen" lese ich gerade auf ntv, der News- Seite, die auch wir verlinkt haben. "Die Auszeichnung ist nach Karl dem Großen benannt, der im 8. und 9. Jahrhundert im Frankenreich die Völker vom Ebro bis zur Elbe vereinigt hatte und wird als Ehrentitel mit politischem Gewicht verstanden."

Da verehrt unsere politische Elite also jemanden, der sein Leben lang fremde Länder an sich gerissen und Millionen Unschuldiger vertrieben, versklavt, und abgeschlachtet hat und der dann auch noch dafür von vielen heiligen Kirchenvätern, mit denen er seine Beute teilte, hoch gerühmt wurde. Da preist der Mainstream die Karolinger, die, von Karl Martells Machtergreifung 714 bis zu Karls, des Sachsentöters Tod 814, in genau hundert Jahren immerhin 93 Jahre lang nichts als Krieg geführt haben und die es deshalb auch in den 93 Jahren ihrer Regierungszeit zu wahren Meistern im Rauben, Morden und Todschlagen gebracht haben.

Karl der Große in Paderborn, Foto: Picasa


Karl "der Große", der Namenspatron dieses "Ehrentitels mit politischem Gewicht," war an dieser ethnischen Säuberung in sechsundvierzig Regierungsjahren mit fast fünfzig Feldzügen beteiligt, hunderttausende von Quadratkilometern hat er blutig zusammen gestohlen- na ja, bei ntv hat er die Völker "von Ebro bis zur Elbe" halt nur mal so eben "vereinigt", kein Wort davon, dass er Europa in ein Schlachthaus verwandelte, denn es war ja jetzt ein christliches! Für die Aufgaben der Treuhand schuf Karl, nach der jeweiligen Vereinigung, nämlich eine klerikale Infrastruktur und als Motto für seine Untertanen führte er dann noch die schöne Benediktinerregel "ora et labora" ein. Aber trösten wir uns, je mehr Würde der Staat für eine Sache aufwendet, desto würdeloser ist sie für gewöhnlich.


Wieder „on tour“

Zum dritten Mal wird die Ausstellung „Rock And The City“ in Berlin vom 8.9. – 31.10.2008 im Comuccino (am Hohenzollerndamm 152, im COMfactory-Haus) gezeigt.

Was eigentlich als eine Art Tournee durch die Berliner Musikbibliotheken geplant war und erstmals 2006 in Neukölln, danach 2007 in Moabit (in der Kulturfabrik) gezeigt wurde, präsentiert sich jetzt (aus Platzgründen und in stark reduziertem Umfang) in Wilmersdorf, wo wir derzeit auch unser Archiv untergebracht haben.

„Rock And The City“ ist ein Versuch die Arbeit unseres Vereins darzustellen.

Anhand willkürlich ausgewählter Plakate von Berliner Bands wollen wir zeigen, wer in den letzten Jahrzehnten das Musikgeschehen unserer Stadt mit beeinflusst hat. In einem Ordner – der zur Einsicht am Tresen ausgeliehen werden kann – findet man Bio- und Discografien zu den jeweiligen Bands, die von Mitgliedern und Mitarbeitern des Vereins erarbeitet und zusammengestellt wurden. Gelegenheit also, neben einem lukullischen (und dabei trotzdem günstigen) Essen auch einmal etwas Berliner Musikkultur zu „verspeisen“.