Oh Herr, Obama Dich Unser,
und führe uns nicht in Versuchung dem Obama Hype zu erliegen, möchte man mit Seyfrieds Cartoon im Tagesspiegel aufstöhnen. Versprach die Rede dieses politischen Pop-Stars, adressiert an 'die Völker der Welt', auch Friede-Freude und Eierkuchen und lauschten ihr auch 200 000 ergriffene Berliner, so weis doch auch der Herr Obama "Nehmen ist seliger denn geben."
Agierten die Berliner auch dankbar als Staffage im US-Wahlkampfzirkus, schwenkten sie auch enthusiastisch ihre Winkelemente, wie einst für Erich am 1. Mai, nur diesmal in der Form der vom Obama-Team verteilten Sternenbanner, so folgte dann doch die Offenbarung auf den Fuß.
"Mehr Deutsche und Nato-Soldaten in Afghanistan, bedeutet weniger US-Soldaten und das wiederum bedeutet, dass wir ein paar Milliarden Dollar sparen und die könnten dann für Steuersenkungen in den USA eingesetzt werden," verkündete dieser Polit-Messias seinen gläubigen deutschen Fans.
Da "die Deutschen" aber schon immer lieber Charismatikern zujubelten, die Ihnen Kanonen statt Butter versprachen, so setzt auch dieser US-Präsidentschaftsbewerber nur eine schöne Tradition fort. Verständlich, das der Senator "einen Haufen kriecherischer Deutscher" (Originalton Fox News), die er zur Ader lassen will,einem Besuch bei den verwundeten Truppen in Landstuhl vorzieht.
Verdanken doch diese US-Boys ihren Invaliden-Status seinem Sicherheitsberater Zbigniew Brzezinski, der sich schon 1998 in einem Interview der französischen Wochenzeitung Nouvel Observateur damit gebrüstet hatte, dass er unter Präsident Carter die Mudschaheddin nur aufgebaut habe, damit die Sowjetunion der afghanischen Regierung zu Hilfe eile und das er damit die Sowjetunion in die Falle gelockt habe.
Finanziell gelohnt hat sich dieser Einsatz auch, denn nicht arme afghanischen Bauern, sondern die ehemaligen Warlords der Mudschaheddin, die Großagrarier, kontrollieren noch immer den Mohn-Anbau, mit dem sie damals die amerikanischen Waffenlieferungen bezahlten. Und das unter der Regierung Karzai die Opium- Produktion in unerreichte Höhen gepuscht wurde und das die US-Regierung Veredelung und Vermarktung duldet oder gar selbst besorgt, das pfeifen ohnehin die Spatzen seit der Iran-Contra Affäre vom Dach des Capitols.
Einen Euro für die Glatzen
Rettet die Arbeitsplätze im StaatstheaterUnsere christliche demokratische Werteordnung ist in Gefahr, wieder einmal. Die NPD ist so gut wie Pleite und damit sind jetzt beim Verfassungsschutz hunderte von Arbeitsplätzen gefährdet. Mal ganz abgesehen davon, dass immer noch ungeklärt ist, ob jetzt die V-Männer des Dienstes die NPD oder die Funktionäre der NPD den Verfassungsschutz unterwandert haben.
Rund 870.000 Euro zu Unrecht bezogener Staatszuschüsse soll die Neo-Nazi Truppe zurückzahlen, meldete der Spiegel am 19. Juli und damit ist die NPD erstmals seit mehr als zehn Jahren in die roten Zahlen gerutscht.
Wenn also der Staat nicht mehr bereit ist, die neonationalistischen Umtriebe zu alimentieren und damit die Arbeitsplätze der Schlapphüte zu garantieren, dann ist Bürgersinn zur Rettung unserer Verfassung gefragt, dann sollten auch Sie einen Euro für die Glatzen spenden. Sie sollten immer dran denken, dass nicht nur am fernen Hindukusch unsere Demokratie verteidigt wird, sondern dass sie, bis zur Wiedereinführung des nächsten Winterhilfswerks, schon heute ihren kleinen Obolus für die Aufrechterhaltung eines Bedrohungsszenariums entrichten können und so schon mal vorab ihre Volkssolidarität mit den Demokratiebewachern und -schützern üben können.
Denn seitdem die deutsche Bourgeoise alle Optionen aufgegeben hat, ihre aufmüpfigen Proleten, mit völkischem Brimborium zu disziplinieren, wurden die Glatzen nur noch gebraucht, um Leute wie Schäuble nicht gleich als Verfassungsfeind an den rechten Rand platzieren zu müssen.
Erstens ist alles völkische und nationale für einen Exportweltmeister Absatz hemmend und damit schon aus ökonomischen Gründen nicht mehr Demokratie kompatibel und zweitens gibt es keine aufmüpfigen Proleten mehr, sondern nur ein, laut Berlins Sparsenator Sarrazin, auf der Couch mit Übergewicht kämpfendes, Soap-Opera und Reality-Show gequältes, dahin dämmerndes, Hartz IV gebeuteltes Prekariat. Also bleibt nur drittens, der brave, Parteien gläubige Zeitungsleser soll an den Schlägertrupps der Glatzen und ihren menschenverachtenden Parolen lernen, was Extremismus ist.
Damit unterstreicht diese Truppe bildungsferner Vorstadtschläger mit Bierbauch und präpotentem Machogehabe täglich ihre Berechtigung. Lässt sich doch mit Ihren Krawallen die Notwendigkeit einer Überwachung aller Extremisten durch den Verfassungsschutz wunderbar begründen.

Da in der Bundesrepublik aber schon immer Rot gleich Braun war, kann man auch heute noch beim BND stolz auf die 44 Jahre Gründer-Erfahrung bis zum Mauerfall zurückblicken. Mussten doch unsere christlichen Politiker unter Adenauer die ach so gefährdete Verfassung, eben genau solange der Russe vor der Tür stand, vor Moskaus fünfter Kolonne standhaft schützen. Nur deshalb waren sie leider gezwungen, anstatt das Grundgesetz ernst zu nehmen, Demokratie zu wagen und diese Demokratie dann auch noch mit Leben zu erfüllen, die Wiederbewaffnung anzukurbeln, die Bürgerrechte abzubauen und die Verfassung in Schutzhaft zu überführen.
Deshalb bleibt an dieser Stelle auch festzuhalten, an den Notstandsgesetzen und den Berufsverboten war damals nur der Russe ante portas schuld, Kriege führen wir aus rein humanitären Gründen und Schäubles Bundes-Trojaner ist nur der drohenden Gefahr durch die bösen Islamisten geschuldet.
Nur dank des Krawall-Extremismus der Neonazis funktioniert so eine Rote-Socken-Kampagne von der CDU noch heute, nur durch das etwas angestaubte und jetzt recycelte Argumentationsmuster, also der Gleichsetzung von ROT und BRAUN, gelingt es medial noch immer die bundesrepublikanische "Linke", dieses Sammelsurium enttäuschter Sozialdemokraten und Gewerkschaftler, in die rote Extremismus-Ecke zu verbannen und damit natürlich praktischer weise auch gleich jegliche Kritik an der herrschenden Ordnung, als verfassungsfeindlich zu brandmarken.
"Wie stünde man auch da, hätte man die Bösartigkeit des Extremismus an Lothar Bisky und den vierzig Antifagruppen zu beweisen", fragt sich nicht nur Hermann L. Gremliza in der Juli Ausgabe von konkret.
Silvi singt mal wieder ...
Silvia Christoph ist die freundliche Dame, die für die farbigen Grafiken von Marie-Cloude (siehe Startseite) verantwortlich zeichnet. Neben ihrer beruflichen Arbeit als Grafikerin hat sie aber auch noch eine zweite Leidenschaft - eine Musikalische. Und die sollte man sich auch nicht entgehen lassen: siehe Veranstaltungen
Volksaufklärung der Masterminds
Der Europarat sei ohne Frage "die größte Versammlung von Schlawinern, die es weltweit gibt", klärt der Spiegel vom 23. Juni 2008 seine Leser auf. "Sie tun so harmlos, wie sie da an ihrem gigantischen Tisch in Brüssel sitzen und parlieren, aber sie hecken wieder etwas aus. Sie wollen ihren Völkern eine große Sache unterjubeln. (...) Sie jubeln ihren Völkern die Europäische Union unter, mehr und mehr. (...) Die Politik macht Politik gegen das Volk, und das fällt nur auf, wenn ein Volk mal gefragt wird, was es davon hält."
Und das dumme Volk, wenn es denn mal gefragt wird, sagt lieber erstmal, aus Erfahrung klug geworden, Nein! Wie beim Referendum in Frankreich und in den Niederlanden. Deshalb wurde das ganze dann auch in einen Reformvertrag umgeschminkt, damit jetzt nur noch die Iren eine Chance hatten, dazu ebenfalls Nein zu sagen.
Doch in den folgenden Spalten mutiert der Spiegel, nach der anfänglichen Anbiederung an die Gefühlslage der Nation, dann zum Zentralorgan des Europarates. Das Nachrichtenmagazin aus Hamburg klärt seine Leser mit verlockenden Sirenengesang über die Vorteile Europas auf und warum das dumme Volk dieses antidemokratische Vertragswerk gefälligst gegen ihre, unter vielen Opfern erkämpften demokratischen Verfassungen, eintauschen soll. Was den europäischen Bürger erwartet, nimmt der Spiegel-Redakteur bereits vorweg, indem er im schönsten wilhelminischen Untertanengeist zum rückgratlosen Bückling ansetzt:
"Demokratie heißt nicht, grenzenloses Vertrauen in den Bürger zu haben. Das Große ist manchmal bei Politikern in besseren Händen, und es braucht Zeit."
Gerhard Wisnewski schlussfolgert deshalb auch in seiner Kolumne: "Es geht gar nicht um das Vertrauen der Bürger in ihre mehr oder weniger gewählten "Vertreter", sondern umgekehrt - es geht darum, ob die "Schlawiner" Vertrauen in die Bürger haben können. Beiläufiger kann man die Abschaffung der Demokratie wohl kaum noch formulieren."
Nichts als blauer Dunst ...
Man kann ihn kauen, schnupfen, trinken, verbrennen und dabei inhalieren, ihn als Stimulanz benutzen oder ihn einfach als "tödliche Langzeitdroge" verteufeln.
Die Rede ist vom Tabak, der Pflanze, die gegen Mitte des 16. Jahrhunderts noch als Heilmittel galt und ihren Konsumweg von Amerika aus über Portugal schließlich auch nach Deutschland fand.
Ob nun "Lust an der Last" oder "Last mit der Lust" - Tabak ist eine Volksdroge und hat deshalb Anhänger und Kritiker.
Wir wollen die Diskussion darüber aber lieber den Wissenschaftlern, Politikern, Befürwortern und Gegnern überlassen und uns mit dieser Ausstellung der grafischen Gestaltung in der Reklame widmen.
In Berlin existiert seit 1904 eine Blechschilderfabrik, die bis heute als Familienunternehmen geführt wird. Es handelt sich um die "Gesellschaft für Blechemballage- und Plakat-Industrie" - auch kurz "PI" genannt. Im Berliner Bezirk Neukölln werden noch heute hochwertige Reklameschilder angefertigt - teilweise als nostalgische Replikate, teilweise mit aktuellem Design, immer aber noch zu Werbezwecken und vorrangig für die Industrie.
Was für die meisten Firmen heutzutage eher als unwirtschaftlicher Ballast gilt, lag dem aktuellem "Senior-Chef", Herrn Gernot Buettner doch am Herzen. Er ließ ein "historisches Firmenarchiv" aufbauen und zeigt mit berechtigtem Stolz gerne Einblicke in die Geschichte der Blechreklame, die von seinem Unternehmen mit (im wahrsten Sinne des Wortes) geprägt wurde.
Eine kleine, aber erlesene Auswahl von Exponaten zum Thema "Der Blaue Dunst - in der Blechreklame" werden vom 14.Juli - 8.August 2008 im Bistro "COMuccino"
in der COMfactory gezeigt, das ab jetzt neben dem "lukullischen Angebot" auch "Kunst zum "Nachtisch" anbietet.



