comfactory

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Reverse Psychological Marketing



Damit Sie, liebe(r) Leser(in) und hoffentlich bald Passagier(in) auf dem Entertainment-Dampfer Comfactory, weiterhin in der medial aufgewühlten Infotainment See, notfalls auch alleine das Steuerrad übernehmen können, deshalb spinnt Käpt'n Gregor, der in einem früheren Leben mal als Werbeguru gejobbt hatte, hier sein Seemannsgarn und verklickert Ihnen in loser Folge die wichtigsten Landmarken und Wendekreise auf dem Traumschiff-Trip durch das Meer der Bewusstseins-Industrie ins Tittytainment .

Beim täglichen Schlagzeilenkonsum sollten Sie deshalb immer im Hinterkopf behalten, dass die Nieten auf so einem Dampfer das wichtigste sind, denn Sie halten den Kahn zusammen und ökonomisch auf Kurs.

Nach dem Begriff Guerilla Marketing (siehe weiter unten) geht es heute um "Reverse Psycholocigal Marketing." Klingt kompliziert, funktioniert aber ganz einfach. Konfrontieren Sie ihre Zielgruppe mit etwas, was diese in keinem Fall von Ihnen erwartet und mit dem diese sich erst recht in gar keinem Fall identifizieren will. Damit haben Sie ihr erstes Ziel erreicht, Aufmerksamkeit.

© Radical Advertising


Ihre Zielgruppe hält sie jetzt entweder für total durchgeknallt, oder Sie unterstellt Ihnen eine gehörige Portion Ironie. Dieses Spiel mit den medial gepflegten Klischees, das Jonglieren mit dem Schubladen-Denken, bestärkt ihre Zielgruppe in dem Glauben nicht auf Werbung hereinzufallen und die Gesetze der Bewusstseins-Industrie durchschaut zu haben. Sie fühlt sich in ihrer Haltung bestätigt, identifiziert sich voll mit dem so beworbenen Label und erliegt dem in der Kampagne implantierten Markenbewusstsein.

Der mediale Markenauftritt passt, eben weil er mit dem Gegenteil wirbt, für das er eigentlich steht. Früher nannte man so etwas von hinten durch die Brust direkt ins Auge.

In Abänderung eines alten Spruches von Karl Kraus, der schon von Wolfgang Neuss recycelt wurde könnte man auch sagen: " Es genügt nicht, keine eigene Meinung zu haben, erst wenn man diese auch durch ein Markenlabel ersetzt, beweist man seine Unfähigkeit diese auch auszudrücken."