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Politik & Ökonomie als Comic



"Wer dem Frieden dienen will, muss das Unrecht pflegen. Nur aus einer hoch entwickelten Kriminalkultur kann neues Recht entstehen, und . . . also Frieden." Diese "Erkenntnis" stammt nicht aus dem Presseheft zum neuesten Superhelden Spektakel Iron Man, sondern von Matthias Beltz. Einst waren solche Sätze scharfzüngiges Kabarett, heute ist das gängige Politik. Das Hollywood an der Figur des Helden festhält ist leicht nachvollziehbar, denn der Held wird überall dort gebraucht, wo die Staatlichkeit selbst der Urheber dieser hoch entwickelten Kriminalkultur ist.

So wird die Ur-Story vom Iron Man aus dem Vietnamkrieg, dort wo einst die Freiheit Berlins verteidigt wurde, an den Hindukusch transportiert, denn auch dort wird Deutschland verteidigt. Übrigens, wie in zehn weiteren Ländern, bis zum Horn von Afrika, aber selbstverständlich sind das alles nur friedenssichernde Missionen.

Hochkonjunktur also für Helden wie Iron Man, besonders wenn sie, wie hier im Blockbuster aus Hollywood der Protagonist Tony Stark, als geniale Wissenschaftler ihr Geld nebenbei als Waffenfabrikanten verdienen.



Nur genau so wenig, wie die Chinesen beim Boxeraufstand darauf angewiesen waren "geniale Wissenschaftler" zu entführen, um an die Kanonen von Krupp und moderne Maschinengewehre zu gelangen, mit denen sie einst den Vormarsch der multinationalen "Friedenstruppe" 40 km vor Peking stoppten, genau so wenig sind das heute die "Taliban". Schnöder Mammon reicht da vollkommen aus und die Mohnfelder blühen auch in jedem Jahr prächtiger. Das mit der Kohle war auch schon beim Großvater des jetzigen Präsidenten der USA, Prescot Bush so, der pumpte ganz bestimmt auch nur amerikanisches Kapital in die Waffenfabriken von Fritz Thyssen damit der Führer den Frieden sichern konnte.

Der alte Cicero brachte die Sache im Imperium Romanum auf den Punkt, als er schrieb: " Nervos belli, pecuniam infinitam." Die Triebfeder des Krieges ist eine unbegrenzte Menge Geldes. Wenn schon ein Comic-Held notwendig ist, um die Welt zu retten, dann bitte nicht Iron Man sondern lieber Onkel Dagobert. Der ist der wahre Held, denn er entbindet sein Kapital vom Zwang der Akkumulation, er braucht es selber, einfach so, nur um darin zu baden.


Schlechter SEX. Dank BILD!

Noch eine Studie, auf die die Welt gewartet hat. Diesmal war es nicht der Playboy (siehe Speisekarte) sondern der britische National Literacy Trust, der festgestellt hat, dass man(n) - keine Angst, Frau auch - durch "Lesen" erstens glücklicher, zweitens erfolgreicher und drittens liebesfähiger wird.

Foto: presse.com

Dank Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks brach nach 1450 in Europa eine Medienrevolution aus und diese wurde zum Schlüsselelement der Renaissance. Seine Erfindung, die das Medien- und Bildungsmonopol der Kirche brach, führte dazu, dass die Fähigkeit lesen und schreiben zu können kein Privileg der Klosterkultur blieb, sondern sich auch in bürgerlichen Kreisen durchsetzte.

Diese Studie stellte jetzt fest, dass die Fähigkeit, nämlich lesen und schreiben zu können, nicht nur gut und förderlich ist, sondern auch, dass die Menschen dadurch glücklicher und erfolgreicher werden. Dafür gebe es, so heißt es, "überwältigend viele Beweise".

Nach dem amerikanischen Soziologen Richard Sennett, der 65-Jährige lehrt an der New York University und der London School of Economics, haben die USA eine effektive Analphabeten-Quote von 28 Prozent. Bei den Britten sollen es 20% sein und bei den Deutschen sind mehr als 10 Prozent nicht besonders lesekundig. Besser schneiden dagegen - wie immer in solchen Studien - die skandinavischen Länder ab.

Anscheinend haben diese Schichten, von Florida Rolf bis zum stolzen Besitzer eines Mc. Jobs, irgendwie den Aufstieg ins Bildungsbürgertum verpasst und werden dafür jetzt, als funktionelle Analphabeten, nicht nur mit dem Konsum der BILD Zeitung bestraft, die ihnen eine eigene Meinung suggeriert, sondern auch noch mit dem schlechteren Sex.

Wer hätte auch geahnt, dass soziale Benachteiligung direkt zu geringer Bildungskompetenz führt, und diese wiederum zu Arbeitslosigkeit und zu überfüllten Haushalten und das es dadurch dann wieder zu einem hohem Scheidungsrisiko kommt und es auch mit dem Partner im Bett nicht mehr so richtig klappt, trotz der vielen Kinder. Alle diese Erkenntnisse sind so vollkommen unbegreiflich und neu, dass dadurch die Studie des britischen National Literacy Trust für mich nun wirklich absolut gerechtfertigt ist.

Lesen dagegen ist nach dieser Studie eine reine Glückstechnik, denn 78 Prozent derjenigen, die gut lesen können, behaupten, dass sie zufrieden seien. Irgendwie habe ich es immer gewusst, lieber belesen, reich, hübsch, gesund und glücklich, als … - eine tolle Studie.