Schlechter SEX. Dank BILD!
Noch eine Studie, auf die die Welt gewartet hat. Diesmal war es nicht der Playboy (siehe Speisekarte) sondern der britische National Literacy Trust, der festgestellt hat, dass man(n) - keine Angst, Frau auch - durch „Lesen“ erstens glücklicher, zweitens erfolgreicher und drittens liebesfähiger wird.

Dank Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks brach nach 1450 in Europa eine Medienrevolution aus und diese wurde zum Schlüsselelement der Renaissance. Seine Erfindung, die das Medien- und Bildungsmonopol der Kirche brach, führte dazu, dass die Fähigkeit lesen und schreiben zu können kein Privileg der Klosterkultur blieb, sondern sich auch in bürgerlichen Kreisen durchsetzte.
Diese Studie stellte jetzt fest, dass die Fähigkeit, nämlich lesen und schreiben zu können, nicht nur gut und förderlich ist, sondern auch, dass die Menschen dadurch glücklicher und erfolgreicher werden. Dafür gebe es, so heißt es, "überwältigend viele Beweise".
Nach dem amerikanischen Soziologen Richard Sennett, der 65-Jährige lehrt an der New York University und der London School of Economics, haben die USA eine effektive Analphabeten-Quote von 28%. Bei den Britten sollen es 20% sein und bei den Deutschen sind mehr als 10% nicht besonders lesekundig. Besser schneiden dagegen - wie immer in solchen Studien - die skandinavischen Länder ab.
Anscheinend haben diese Schichten, von Florida Rolf bis zum stolzen Besitzer eines Mc. Jobs, irgendwie den Aufstieg ins Bildungsbürgertum verpasst und werden dafür jetzt, als funktionelle Analphabeten, nicht nur mit dem Konsum der BILD Zeitung bestraft, die ihnen eine eigene Meinung suggeriert, sondern auch noch mit dem schlechteren Sex.
Wer hätte auch geahnt, dass soziale Benachteiligung direkt zu geringer Bildungskompetenz führt, und diese wiederum zu Arbeitslosigkeit und zu überfüllten Haushalten und das es dadurch dann wieder zu einem hohem Scheidungsrisiko kommt und es auch mit dem Partner im Bett nicht mehr so richtig klappt, trotz der vielen Kinder. Alle diese Erkenntnisse sind so vollkommen unbegreiflich und neu, dass dadurch die Studie des britischen National Literacy Trust für mich nun wirklich absolut gerechtfertigt ist.
Lesen dagegen ist nach dieser Studie eine reine Glückstechnik, denn 78% derjenigen, die gut lesen können, behaupten, dass sie zufrieden seien. Irgendwie habe ich es immer gewusst, lieber belesen, reich, hübsch, gesund und glücklich, als … - eine tolle Studie.


