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Soll ich Soldaten schicken?



Da ironisiert und polemisiert man in "Gregors Kolumne" so munter vor sich hin, hält sich an den großen B. B. und lässt dann auch schon mal die intellektuellen Verhüterli weg, wenn man als Schreiber wieder mal gegen den Strich, auf den die Medien sonst so zu lustwandeln pflegen, zum geistigen Orgasmus ansetzt - und dann so etwas!

Da möchte man doch glatt mit dem Oberst Ollendorf aus dem "Bettelstudenten" losschmettern und die Arie dem SPD-Fraktionschef und frühere Verteidigungsminister Peter Struck zu Gehör bringen, denn, " ... mir ist ja manches schon passiert, aber so etwas noch nicht, aber so etwas noch nicht, aber so etwas, so etwas, so was nicht."

Ob es sich bei dem, "was Steinmeier und die Clique der Seeheimer und Netzwerker auf Bundesebene inszenieren, um einen politischen Selbstmord handelt", wie der Spiegel genüsslich aus dem Internet-Forum der Partei am 9.9. zitiert oder nur um den Versuch als Partner der CDU weiterhin koalitionsfähig zu bleiben, weiß ich nicht, ich lese auch nur Zeitung.

Aber das Peter Struck, der große Demokratie-Verteidiger vom Hindukusch, nun ausgerechnet meine satirisch angehauchten Anmerkungen zur deutschen Geschichte aus "Gregors Kolumne" aufgreift und umsetzen will, so etwas ist mir noch nicht passiert.

Laut Carlos dem Bartträger (aufbauend auf ein Zitat Hegels) wiederholt sich die Geschichte immer zweimal, einmal als Tragödie und einmal als Farce. Und wenn der Carlos nun Recht hat, dann ist die Frage von Peter Struck, die er laut ntv vom 8.9., an den Parteivorstand richtete, die Eröffnungspartie zu eben dieser Farce:

Foto: pixelio
"Soll ich meine ehemaligen Soldaten dahinschicken, um Andrea Ypsilanti daran zu hindern, das zu machen?"

In "Prostitution unter Alphatieren" wies ich darauf hin, das am 22. Oktober 1923 der damalige Reichspräsident Friedrich Ebert die Reichswehr nach Sachsen und Thüringen einmarschieren ließ, um die sozialdemokratisch, kommunistische Koalitionsregierung in Dresden unter Ministerpräsident Erich Zeigner (SPD) zu stürzen.

Schon beim schreiben dieser Kolumne schlug meine Phantasie damals Purzelbäume, als ich mir vorstellte, dass unsere geliebte Angie sich auch noch der Erotik der Macht unterwerfen würde und ihre Truppen zum großen Show down aus Afghanistan abziehen würde, wo sie doch dringend als Erntehelfer auf den Mohnfeldern, zum Bauen von Mädchenschulen und zum Brunnen bohren gebraucht werden, nur um dann in Hessen den "Sachsenschlag" zu wiederholen, dass wäre zwar eine Lösung, nur leider passte sie schon 1923 nicht zum Problem.

Zugegeben, noch ziert sich Peter Struck etwas und schiebt ein besänftigendes: "Das geht einfach nicht", hinterher. Ist ihm etwa doch noch eingefallen, dass auf den Sachsenschlag von 1923, 1932 der Preußenschlag folgte?