Gier und Sex sind Schuld an der Subprime-Krise
Die Quittung für die Bachanale, für das große Saufgelage an der Wallstreet beim Tanz um das Goldene Kalb, dieser tiefe Schluck aus der Pulle des Bruttosozialprodukts, der für unsere Volksvertreter mal wieder im medialen Katzenjammer endete, wird sozialisiert.
Die Verbindung zwischen Gier und Sex lasse sich über mehrere Hunderttausende Jahre in der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen, sagt Kevin McCabe, Professor für Wirtschaft, Jura und Neurowissenschaften an der George-Mason-Universität in Fairfax, Virginia. "Das Eingehen von Risiken ist ein normaler Weg, um seinen relativen Erfolg zu steigern. Aber natürlich hat das auch eine Kehrseite - die wir gerade jetzt in der Wirtschaft sehen", erläutert McCabe.
Die Ergebnisse der Untersuchung deckten sich mit dem wahren Leben auf dem Börsenparkett, sagt der frühere Händler Phil Flynn, der jetzt als Analyst bei Alaron Trading arbeitet. Viele Euphemismen für den Aktienhandel an der Börse könnten auch sexuelle Praktiken beschreiben - mehr als Wendungen wie "den Markt massieren" und "Hardcore" wollten er und seine Kollegen jedoch nicht preisgeben. Eigentlich Schade!
"financial weapons of mass destruction" (Foto: daily mail)
Denn wenn ich jetzt die FTD lese und Warren Buffett "derivative Finanzinstrumente" als "financial weapons of mass destruction" bezeichnet, ihr Wert soll sich allein 2006 schon auf 28,8 Billionen Dollar belaufen haben, dann frage ich mich natürlich, welcher sexuelle Euphemismus sich dahinter wieder mal versteckt hat. Die Phantasie eines Marquis de Sade muss gegenüber den "Collateralized Dept Obligations" (CDOs) verblassen, der Bündelung von Asset Backed Securities (ABSs) gleicht dabei einem Big Throat als flotten Dreier, Senior Tranche, Mezzanine Tranche und Equity piece kommen zum Orgasmus und der Steuerzahler darf schlucken.
Hugh Osmond, der 2005 die Londoner Lebensversicherung Pearl Group gekauft hatte, schaffte in einem One-Night-Stand mit Equity-Tranchen 145 % Gewinn und stieg wieder aus, während die IKB das ganze als romantisches Techtelmechtel interpretierte und munter weitermachte.
Aber solange die Zentralbanken den Dr, Feelgood spielen und genug Viagra auf den Markt werfen mache ich mir um die sexuelle Potenz der Finanzalchemisten eigentlich keine Sorgen.


