News in und aus der COMfactory
Berliner Lobby-Dschungel? Keine Ahnung?
Zwischen zahllosen SPAM-Mails erreichen uns auch hin und wieder interessante Neuigkeitenn, die wir Ihnen natürlich nicht vorenthalten wollen. Diese Mail kam von Lobby-Control:
Wir führen Sie - bitte folgen Sie uns unauffällig!
Ob es um die Finanzmärkte geht, um Klimaschutz oder um die Lebensmittel, die wir essen - überall hinterlassen Lobbyisten ihre Spuren, auch wenn sie auf den ersten Blick für den Bürger nicht erkennbar sind. In den letzten Wochen haben wir viele Steine umgedreht, Wegmarken gesucht und dunkle Stellen ausgeleuchtet, um diese Spuren für Sie, liebe Leserinnen und Leser, sichtbar zu machen und zu "kartieren". Jetzt ist das Ergebnis
da:
Der "LobbyPlanet Berlin", Stadtführer durch den Berliner Lobby-Dschungel.
Anhand von über 50 Stationen erläutern wir die Methoden und Tricks der unsichtbaren Strippenzieher im Hintergrund. Wir zeigen Ihnen, wo und wie zwischen touristischen Sehenswürdigkeiten und glitzernden Einkaufswelten Politik gemacht wird - und welche Interessen dabei zu kurz kommen. Der "LobbyPlanet Berlin" gibt eine leicht verständliche Einführung ins Thema:
Was ist Lobbying? Wie arbeitet ein Lobbyist? Wieso betrifft mich das?

Quelle: bdvi.de
Darüber hinaus liefert er zahlreiche Fakten über die Lobbyaktivitäten vieler Verbände, Agenturen und Unternehmen. Eingestreute Exkurse geben Hintergrundinformationen zu den mächtigen Akteuren im Politikgeschäft, wie zum Beispiel der gut positionierten Energie-, Finanz- und Pharmaindustrie oder der Rüstungsbranche, sowie einige Fallbeispiele für
Lobby-Kampagnen wie die "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" oder "Du bist Deutschland". Auch ohne einen Besuch in der Hauptstadt verschafft unser Stadtführer Ihnen überaus spannende Einblicke in eine meist verborgene Dimension unserer Demokratie.
Ergänzt durch aktuelle Recherchen ist in diesem Lobby-Stadtführer vieles unserer Arbeit der letzten Jahre zusammengeflossen. Wir belassen es nicht bei der Beschreibung einer durch Lobbyismus gefährdeten Demokratie, sondern wir entwickeln darüber hinaus Perspektiven und Handlungsvorschläge für mehr Transparenz und eine lebendige Demokratie.
Hier können Sie den "LobbyPlanet Berlin" bestellen,
Er ist im Taschenformat gebunden, hat 168 Seiten und kostet 7,50 Euro:
www.lobbycontrol.de/blog/index.php/lobbyplanet-berlin/bestellen/
Katastrophen-Tourismus
New York hat eine neue Touristenattraktion
Man kann einen Rundgang "Wall Street panics and crashes" buchen - sie führt vorbei an den Stätten der jüngsten Megapleiten - und haarsträubende Insider-Geschichten über abenteuerlichste Finanzmanöver hören. Organisiert wird das Ganze von einer cleveren jungen Dame, die vor kurzem ihren hoch bezahlten Job bei Morgan Stanley verloren hat. Wie man mit Krisen Geschäfte macht, das haben die Wall Street Boys und Girls nicht verlernt, lese ich gerade im „Freitag Nr. 46“, der Wochenzeitung, die sich neuerdings Augstein Junior leistet.
Den Linken ist das Kapital ausgegangen!
Mitten in der größten Finanzkrise seit 1929, immerhin einer Krise, die 23 Billionen Dollar Kapitalverlust an den Börsen der Welt brachte, stehen nicht nur die Banken sondern auch die Linke plötzlich ohne Kapital da. Während sich eine 57-Billionen-Dollar-Blase, entstanden vor allem durch spekulative Kreditversicherungen, zu platzen anschickt, fehlt es nicht nur auf dem Börsenparkett am Kapital. Die Weltrezession soll sich dramatisch verschärfen, schlagzeilt der SPIEGEL in dieser Woche, doch wo ist das Kapital geblieben?
Der weltweite Warenabsatz stagniert, aber eine Ware kann nicht geliefert werden. Der Besser-Esser der Spiegelredaktion, Ullrich Fichtner, sonst ständiger Zitate-Lieferant auf der Speisekarte des COMuccino, schreibt, statt übers Essen, diesmal an einem Wirtschaftskrimi und ein alter Herr hat plötzlich wieder Hochkonjunktur. Die Chronik eines Kapital-Verbrechens, die Fichtner verspricht, hieß bei diesen Herrn noch ganz schlicht „Kritik der politischen Ökonomie“ und sein Standardwerk, „Das Kapital“, ist restlos ausverkauft.
Im gesamten Jahr 2005, als auch die Banken noch über genug Kapital verfügten, ging der Klassiker von Carlos mal gerade 500 mal über den Ladentisch, jetzt versuchen die Finanzjongleure des Shareholder Value zwar ohne, aber dafür mit dem Kapital ihr eigenes System zu verstehen.
„Verkauft sich Marx gut, geht es der Gesellschaft schlecht,“ sagte der Geschäftsführer des Berliner Karl-Dietz-Verlages, Jörn Schütrumpf. „Wenn er sich aber verkauft, dann weiß man, dass man vom Elend der anderen profitiert.“
Aber am Elend anderer verdient, das haben die „skrupellosen Zocker, die einfallsreichen Jongleure und die düsteren Propheten, die am Tatort Finanzmarkt einen Krimi inszeniert haben, der die Welt verändert,“ wie der Spiegel schreibt, schließlich vorher auch.
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